{"id":1336,"date":"2014-10-29T14:50:24","date_gmt":"2014-10-29T13:50:24","guid":{"rendered":"http:\/\/hugsforhikers.com\/blog\/?p=1336"},"modified":"2017-10-16T14:53:07","modified_gmt":"2017-10-16T12:53:07","slug":"dwr-check","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/hugsforhikers.com\/blog\/2014\/10\/29\/dwr-check\/","title":{"rendered":"DWRs: Gefahr f\u00fcr Mensch und Umwelt? Eine Bestandsaufnahme"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/hugsforhikers.com\/blog\/2012\/10\/29\/dwr-check\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-356\" title=\"Outdoor &amp; Nachhaltigkeit\" src=\"http:\/\/hugsforhikers.com\/blog\/wp-content\/uploads\/special_sustainability3.jpg\" alt=\"Outdoor &amp; Nachhaltigkeit\" width=\"300\" height=\"193\" \/><\/a>Mit der Studie &#8220;<a title=\"Greenpeace detox campaign\" href=\"http:\/\/www.greenpeace.de\/fileadmin\/gpd\/user_upload\/themen\/chemie\/gp_outdoor_report_2012_fol_final_neu_03_es.pdf\" target=\"_blank\">Chemie f\u00fcr jedes Wetter<\/a>&#8221; ver\u00f6ffentlicht Greenpeace den lang erwarteten Bericht der <a href=\"http:\/\/www.greenpeace.de\/themen\/chemie\/kampagnen\/\" target=\"_blank\">detox-Campaign<\/a> \u00fcber Schadstoffe in Outdoor-Textilien. Die Umweltorganisation hat Funktionsbekleidung namhafter Outdoor-Hersteller untersucht &#8211; und giftige Chemikalien in jeder Probe gefunden, wie nicht zuletzt <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/service\/greenpeace-studie-outdoor-klamotten-mit-chemie-belastet-a-863450.html\" target=\"_blank\">SPON<\/a> und <a href=\"http:\/\/taz.de\/Outdoorkleidung-mit-Zusaetzen\/!104450\/\" target=\"_blank\">taz<\/a> berichten. Was steckt dahinter? Der Versuch einer Bestandsaufnahme.<!--more--><\/p>\n<p>&#8220;Never Stop Exploring&#8221;, denn Du bist &#8220;drau\u00dfen zuhause&#8221;! Aber bitte nur mit Funktionskleidung, die garantiert das alles was drau\u00dfen ist auch wirklich drau\u00dfen bleibt. Raus in die wilde, unber\u00fchrte Natur, in die Berge, aber nass werden bei Regen ist dann doch zu viel. Die Outdoor-Branche hat in den letzten Jahren den perfekten Spagat zwischen Anspruch und Wirklichkeit geschafft und das Bed\u00fcrfnis nach gr\u00f6\u00dftm\u00f6glicher Sorglosigkeit und Sicherheit erfolgreich mit einer tiefen Sehnsucht nach Abenteuern verkn\u00fcpft. Das ist ihr Erfolgsrezept.<\/p>\n<p>Die Konsequenz dieses Spagates ist der Anspruch der Kunden an kompromisslose Funktionskleidung, und zwar nicht bei waghalsigen Expeditionen in fernen Hochgebirgen, sondern schon bei Tagestouren nahe der eigenen Haust\u00fcr. Wasserdichte Regenkleidung wird vor allem dann erfolgreich verkauft, wenn die Funktion klar f\u00fcr den Kunden erkennbar ist. Das schaffen die sogenannten durable water repellents (DWRs): In Funktionstextilien verarbeitet lassen sie jeden Regentropfen gnadenlos abperlen und garantieren so ein wunderbar &#8220;unnat\u00fcrliches&#8221; Naturerlebnis. Unnat\u00fcrlich, weil DWRs auf k\u00fcnstlichen Chemikalien basieren, die in der Natur nicht vorkommen. Diese perfluorierten und polyfluorierten Chemikalien (PFCs) sind von Menschenhand geschaffene Verbindungen zwischen Kohlenstoff und Fluor, die erst in den letzten 50 Jahren den Weg in die Umwelt gefunden haben.<\/p>\n<p>Greenpeace hat insgesamt 14 Kleidungsst\u00fccke (von 13 Herstellern) in unabh\u00e4ngigen Laboren testen lassen und \u201eauff\u00e4llige&#8221; Werte von per- und polyfluorierten Chemikalien festgestellt, darunter Perfluoroktans\u00e4ure (PFOA) und Fluortelomere (FTOH). Die Outdoorbranche wirbt also mit Umweltfreundlichkeit, mit einem Image von unber\u00fchrter Natur, setzt bei ihren Funktionstextilien aber auf Industriechemikalien, die alles andere als umweltfreundlich sind. Soweit der Vorwurf von Greenpeace.<\/p>\n<h3>PFC, PFOA, Toxizit\u00e4t, Persistenz, Bioakkumulation. Bitte wie?<\/h3>\n<p>Das grunds\u00e4tzliche Problem bei schmutz- und wasserabweisenden Textilien liegt in deren chemischer Zusammensetzung: Sie enthalten in der Regel <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Perfluoroctans%C3%A4ure\" target=\"_blank\">Perfluoroctans\u00e4ure<\/a> (PFOA), eine synthetischen Industries\u00e4ure. Auf molekularer Ebene geht es um verschieden lange Kohlenstoffketten, &#8220;<a href=\"http:\/\/www.reach-info.de\/kritische_eigenschaften.htm#PFCs\" target=\"_blank\">bei denen die Wasserstoffatome vollst\u00e4ndig (perfluoriert) oder teilweise (polyfluoriert) durch Fluoratome ersetzt sind.<\/a>&#8221; Diese k\u00fcnstliche Bindung zwischen Kohlenstoff- und Fluormolek\u00fclen ist so stabil, dass sie sich unter nat\u00fcrlichen Bedingungen nicht mehr aufl\u00f6st.<\/p>\n<p>PFOAs wiederum sind Teil der Gruppe perfluorierter und polyfluorierter Chemikalien (PFCs). PFCs sind perfluorierte Carbons\u00e4uren, also Kohlenstoffketten unterschiedlicher l\u00e4nge. Sie begleiten auch unabh\u00e4ngig von Outdoor-Abenteuern unseren Alltag: In der Form von Polytetrafluorethylen (PTFE) &#8211; besser bekannt unter dem Markennamen Teflon &#8211; sorgen sie f\u00fcr die Antihaft-Beschichtung in Pfannen, werden in der Papierverdelung sowie in Feuerl\u00f6schern eingesetzt. Und sie garantieren die Wind- und Wasserdichtigkeit bei Funktionskleidung. In der Outdoor-Branche sind Verbindungen mit sechs oder acht Kohlenstoffmolek\u00fclen (C6 bzw. C8) am h\u00e4ufigsten, insgesamt gibt es jedoch hunderte verschiedene solcher Fluorverbindungen.<\/p>\n<p>PFCs sind also au\u00dferordentlich hilfreiche Chemikalien, die nunmehr seit \u00fcber 50 Jahren industriell hergestellt werden und unser Leben erleichtern. Doch in den letzten Jahren geraten sie immer h\u00e4ufiger in die \u00f6ffentliche Diskussion. Der Grund: PFCs sind aufgrund ihrer besonderen Stabilit\u00e4t sehr persistent und bioakkumulativ. Das bedeutet, das PFC-haltige Produkte besonders widestandsf\u00e4hig gegen nat\u00fcrliche biologische oder chemische Zersetzungsprozesse sind und somit sehr lange unver\u00e4ndert in der Umwelt verbleiben (Persistenz).<\/p>\n<p>Gleichzeitig sind sie wasserl\u00f6slich und verbreiten sich \u00fcber die Gew\u00e4sser weltweit. Mit anderen Worten: Sie verroten nicht und reichern sich daher &#8220;<a href=\"http:\/\/www.greenpeace.de\/fileadmin\/gpd\/user_upload\/themen\/chemie\/gp_outdoor_report_2012_fol_final_neu_03_es.pdf\" target=\"_blank\">[\u00fc]berall auf der Welt, von abgeschiedenen Gebirgsseen \u00fcber das arktische Polareis bis in die Tiefsee<\/a>&#8221; an. Mit der Zeit werden sie so ein Teil der Nahrungskette (Bioakkumulation). Da es sich bei PFCs nicht um eine nat\u00fcrliche, sondern um eine vom Menschen k\u00fcnstlich entwickelte chemische Verbindung handelt, greift der Mensch also hier auf Molekularebene in die Natur ein.<\/p>\n<p>Um die Auswirkungen und Konsequenzen dieses Eingriffs f\u00fcr die Umwelt und den Mensch selbst dreht sich schlie\u00dflich eine langj\u00e4hrige Diskussion, die nicht zuletzt immer wieder die Outdoor-Branche trifft. PFCs wurden unl\u00e4ngst nicht nur in der Umwelt, sondern auch weltweit im Trinkwasser und sogar in menschlichem Blut nachgewiesen &#8211; und das nicht nur in Industriezentren, sondern selbst in der Arktis und Antarktis. Der <a href=\"http:\/\/www.cdc.gov\/biomonitoring\/pdf\/PFCs_FactSheet.pdf\" target=\"_blank\">National Health and Nutrition Examination Survey<\/a> in den USA hat im Jahr 2003\/2004 vier verschiedene PFCs in nahezu allen Testpersonen nachgewiesen.<\/p>\n<p>Wir nehmen PFCs insbesondere \u00fcber die Nahrung (z.B. im Kino durch Popcorn aus fettabweisendem Papier), aber auch durch Trinkwasser und durch die Luft auf. Teflon-beschichtete Pfannen hingegen geben in der Regel kein PFOA frei, da die Verbindungen hier bis \u00fcber 200\u00b0C stabil bleiben. Das Problem besteht folglich vielmehr in der industriellen Produktion, also in den Produktionsschritten vor dem fertigen Produkt und der Entsorgung.<\/p>\n<h3>Gefahr f\u00fcr Mensch und Natur?<\/h3>\n<p>Ob und wie sich PFCs auf die menschliche Gesundheit auswirken, ist umstritten. Sie sind nicht mutagen, nehmen also keinen direkten, potentiell aber indirekten Einfluss auf das Erbgut. Gleichzeitig erwiesen sich PFOS und PFOA in Langzeitstudien mit Tierversuchen als &#8220;<a href=\"http:\/\/www.umweltdaten.de\/publikationen\/fpdf-l\/3812.pdf\" target=\"_blank\">m\u00e4\u00dfig toxisch<\/a>&#8220;, bei Ratten und M\u00e4usen hatten sie einen Einfluss auf die Entstehung von &#8220;<a href=\"http:\/\/www.umweltdaten.de\/publikationen\/fpdf-l\/3812.pdf\" target=\"_blank\">Leber-, Bauchspeicheldr\u00fcsen- und Leydigzell-Tumoren<\/a>&#8220;. PFOA ist demnach &#8220;<a href=\"http:\/\/www.reach-info.de\/dokumente\/svhc_strategie.pdf\" target=\"_blank\">reproduktionstoxisch<\/a>&#8220;. Bei h\u00f6heren Dosierungen wirken PFOS und PFOA in Tierversuchen nachweislich fortpflanzungsgef\u00e4hrdend. Ebenfalls bewiesen ist allerdings auch, dass der menschliche K\u00f6rper weniger empfindlich auf PFC reagiert als Ratten. Demgegen\u00fcber stehen wiederum Untersuchungen die belegen, dass diese Stoffe um ein vielfaches l\u00e4nger im menschlichen K\u00f6rper verbleiben als es bei Ratten der Fall ist. PFCs sind mittlerweile <a href=\"http:\/\/www.epa.gov\/oppt\/existingchemicals\/pubs\/pfcs_action_plan1230_09.pdf\" target=\"_blank\">selbst in der Muttermilch nachweisbar<\/a>, wenn auch in hundertfach geringerer Konzentration als im Blut. Auch hier liegt die Aufnahme von PFCs der S\u00e4uglinge \u00fcber die Muttermilch allerdings unter der &#8220;t\u00e4glich duldbaren Aufnahme&#8221;, die Menge ist also nach den Standards des Bundesministeriums f\u00fcr Gesundheit noch nicht als besorgniserregend einzustufen. Eine <a href=\"http:\/\/jama.jamanetwork.com\/article.aspx?articleid=1104903\" target=\"_blank\">2012 ver\u00f6ffentlichte Studie<\/a> weist zudem auf eine durch PFCs bedingte verringerte humorale Immunreaktion auf Routineimpfungen bei Kindern im Alten von f\u00fcnf bis sieben Jahren hin. Ebenfalls untersucht werden &#8220;<a href=\"http:\/\/www.umweltdaten.de\/publikationen\/fpdf-l\/3812.pdf\" target=\"_blank\">m\u00f6gliche Einfl\u00fcsse von PFOS und PFOA auf die Fruchtbarkeit von Frauen<\/a>&#8220;.<\/p>\n<p>F\u00fcr Stoffe, die nachweislich giftig sind und sich gleichzeitig langfristig in der Natur anreichern, gelten seitens der Europ\u00e4ischen Union gesonderte Richtwerte. W\u00e4hrend PFOS in diese Kategorie sogenannter PBT-Stoffe (persistente, bioakkumulative, toxische Stoffe) f\u00e4llt und dabei keine Grenzwerte \u00fcberschreitet, sind die nachweisbaren Konzentrationen von PFOA so gerning, das es nicht als PBT-Stoff klassifiziert wird. Es gilt als wahrscheinlich das PFOS in die Gruppe der &#8220;persistenten organischen Schadstoffe&#8221; aufgenommen werden wird. PFOA wird in der <a href=\"http:\/\/www.reach-info.de\/kritische_eigenschaften.htm#PFCs\" target=\"_blank\">europ\u00e4ischen Chemikalienverordnung REACH<\/a> als &#8220;reproduktionstoxisch Kategorie 2&#8221; eingestuft. W\u00e4hrend PFOS bereits streng reguliert ist, wird durch das Umweltbundesamt nun vorgeschlagen, PFOA in die REACH-Liste besonders besorgniserregender Stoffe aufzunehmen.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus gibt es zwischen der US-amerikanischen Umweltbeh\u00f6rde EPA und f\u00fchrenden Herstellern von Fluorpolymeren seit 2006 vorsorglich eine <a href=\"http:\/\/www.epa.gov\/oppt\/existingchemicals\/pubs\/actionplans\/pfcs.html#action\" target=\"_blank\">Vereinbarung den Aussto\u00df von PFOA zu verringern<\/a>. Eine aktuelle Gefahr f\u00fcr Mensch und Umwelt besteht laut der Beh\u00f6rde jedoch nicht. Entsprechende Untersuchungen seitens deutscher und europ\u00e4ischer Beh\u00f6rden stimmen dem zu. Die industrielle Produktion von PFOS wurde seit 2002 zudem <a href=\"http:\/\/www.presseportal.de\/showbin.htx?id=45858&amp;type=document&amp;attname=faktenzurStoffliste.pdf\" target=\"_blank\">weltweit freiwillig weitgehend eingestellt<\/a> und durch das k\u00fcrzerkettige und weniger giftige PFBS ersetzt &#8211; ausgesto\u00dfen wird der Stoff dennoch nach wie vor (etwa durch Feuerl\u00f6scher oder in der Metallverarbeitung). Seit 2006 ist PFOS des Weiteren <a href=\"http:\/\/www.reach-info.de\/kritische_eigenschaften.htm#PFCs\" target=\"_blank\">bis auf wenige Ausnahmen verboten<\/a>. Die EPA arbeitet zudem daran auch die industrielle Produktion von PFOA bis 2015 <a href=\"http:\/\/www.epa.gov\/oppt\/pfoa\/pubs\/stewardship\/index.html\" target=\"_blank\">so weit wie m\u00f6glich einzustellen<\/a>.<\/p>\n<p>Man darf also festhalten: &#8220;<a href=\"http:\/\/www.oekotest.de\/cgi\/index.cgi?artnr=35595;bernr=10;seite=04;co=\" target=\"_blank\">Das gro\u00dfe Problem mit unserer Chemikalienvielfalt in Produktion, Konsumption und Umwelt ist, dass wir von den meisten dieser k\u00fcnstlichen Stoffe zu wenig \u00fcber ihre Eigenschaften und \u00fcber ihre Risiken wissen<\/a>.&#8221;<\/p>\n<h3>Was bedeutet das nun alles f\u00fcr meine Funktionskleidung?<\/h3>\n<p>Textilien geh\u00f6ren zu den <a href=\"http:\/\/www.bafu.admin.ch\/publikationen\/publikation\/01066\/index.html?lang=en&amp;lang=en\" target=\"_blank\">wichtigsten Emissionsquellen von PFOA<\/a>. Grunds\u00e4tzlich gilt: Je l\u00e4nger die Kohlenstoffkette, desto wahrscheinlich ist der m\u00f6gliche Nachweis der Chemikalie in Organismen. PFOS und PFOA sind beides C8-Ketten (weit verbreitet sind sonst C4- und C6-Ketten). Ketten aus acht Kohlenstoffmolek\u00fclen sind besonders \u00f6l-, wasser- und schmutzabweisend und damit also f\u00fcr die Funktion von Outdoor-Kleidung n\u00fctzlich. Sie werden h\u00e4ufig bei dauerhaft wasserabweisenden Beschichtungen (DWRs) eingesetzt.<\/p>\n<p>Umstritten ist, ob PFCs durch das Tragen von schmutz- und wasserabweisenden Funktionsjacken in den K\u00f6rper gelangen. Das Bundesinstitut f\u00fcr Risikobewertung geht nicht davon aus. Laut Umweltbundesamt wird &#8220;<a href=\"http:\/\/www.umweltdaten.de\/publikationen\/fpdf-l\/3812.pdf\" target=\"_blank\">weniger als ein Prozent der t\u00e4glichen Dosis an PFOS und PFOA durch die Haut aufgenommen<\/a>&#8220;. Das Bundesinstitut f\u00fcr Risikobewertung geht davon aus, dass die Menge von 20 Nanogramm (ein Milliardstel Gramm) pro Kilogramm K\u00f6rpergewicht pro Tag nicht \u00fcberschritten wird. Fest steht jedoch, dass die Kleidungsst\u00fccke durch Waschen PFCs in die Umwelt abgeben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>PFOA wird zudem f\u00fcr die Herstellung von ePTFE &#8211; uns allen besser unter dem Handelsnamen <a href=\"http:\/\/www.gore-tex.de\" target=\"_blank\">Gore-Tex<\/a> bekannt &#8211; verwendet. Im Jahr 2005 <a href=\"http:\/\/www.oekotest.de\/cgi\/index.cgi?artnr=35595;bernr=10;seite=02;co=\" target=\"_blank\">untersuchte \u00d6ko-Test f\u00fcnf Jacken mit Gore-Tex-Membran<\/a> (Arc\u00b4teryx Sirrus SL, Berghaus Sullivan III, Mammut Twin Plus II, Millet K Jacket, Salewa Syria GTX 2X) und kam zu dem \u00fcberraschenden Ergebnis, das alle kleine Mengen PFOA abgaben. Da alle diese Jacken ebenfalls mit DWRs ausgestattet waren, ist unklar, ob die Gore-Membran hierf\u00fcr verantwortlich war.<\/p>\n<p>Viele Branchengr\u00f6\u00dfen sind mittlerweile <a href=\"http:\/\/hugsforhikers.com\/blog\/2011\/11\/16\/bluesign\/\">bluesign\u00ae<\/a>-Systempartner, haben sich also den etablierten best practices verpflichtet, also den aktuell besten L\u00f6sungsans\u00e4tzen innerhalb der Industrie. Bluesign hat eine eigene <a href=\"http:\/\/www.bluesign.com\/fileadmin\/downloads\/Documents\/Dirty_Laundry_info.pdf\" target=\"_blank\">Stellungnahme<\/a> zum Dirty Laundry Report 2011 von Greenpeace ver\u00f6ffentlicht. Darin ist zu lesen, dass schon heute eine Einhaltung der von Greenpeace geforderten Richtlinien durch die konsequente Umsetzung des bluesign\u00ae-Standards seitens der Partner m\u00f6glich w\u00e4re. Hundertprozentige Sicherheit bietet aber auch das nicht. Denn bluesign\u00ae bezieht sich auf die jeweils strengsten Grenzwerte. F\u00fcr einige PFCs gibt es jedoch noch gar keine Regelungen, auf die sich bezogen werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<h3>Der Versuch eines Fazits<\/h3>\n<p>Zusammenfassen kann man diese \u00e4u\u00dferst komplexe Situation also wie folgt: PFCs sind Chemikalien, die sich in der Natur anreichern. Die langfristigen Auswirkungen dieser Anreicherungen sind weitgehend unbekannt, bisher durchgef\u00fchrte Studien weisen auf sch\u00e4dliche Wirkungen dieser Stoffe f\u00fcr Mensch und Natur hin. Bislang sind die gemessenen Mengen von PFCs jedoch noch weit davon entfernt, um von einer akuten Gefahr zu sprechen. Das <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vorsorgeprinzip\" target=\"_blank\">Vorsorgeprinzip<\/a> gebietet jedoch, klare Einschr\u00e4nkungen und Regelungen zu treffen. Langfristiges Ziel kann aus dieser Perspektive nur sein, sich g\u00e4nzlich von diesen Chemikalien zu trennen.<\/p>\n<p>F\u00fcr Outdoor-Fans bedeutet das in erster Linie die Reflektion der eigenen Anspr\u00fcche an Funktionstextilien. <a href=\"http:\/\/taz.de\/Outdoorkleidung-mit-Zusaetzen\/!104450\/\" target=\"_blank\">In der taz<\/a> wird der Greenpeace-Mitarbeiter Manfred Santen zitiert: \u201eDie Verbraucher m\u00fcssen sich \u00fcberlegen, ob sie eine Jacke f\u00fcr eine Arktisexpedition brauchen oder f\u00fcr einen Herbstspaziergang\u201c. Worauf wird also besonderen Wert gelegt? Auf die, im wahrsten Sinne der Wortes, oberfl\u00e4chliche \u00c4sthetik von DWRs (&#8220;Abperleffekt&#8221;), oder auf langfristig umweltschonendere Methoden, um wasserdichte Kleidung zu produzieren?<\/p>\n<p>Das sich im Jahr 2011, nach der Ank\u00fcndigung von Greenpeace in Zukunft (Funktions-) Textilien zu untersuchen, die Sport- und Textilgiganten adidas, C&amp;A, H&amp;M, Li Ning, NIKE und PUMA zusammen auf eine &#8220;<a href=\"http:\/\/www.roadmaptozero.com\/joint-roadmap.php\" target=\"_blank\">Joint Roadmap<\/a>&#8221; (Toward Zero Discharge of Hazardous Chemicals) geeinigt haben zeigt sowohl, dass die Branche das Thema ernst nimmt, als auch, dass sie selbiges bislang weitgehend verschlafen hat. Auch Jack Wolfskin hat sich mittlerweile dieser Roadmap <a href=\"http:\/\/www.roadmaptozero.com\/members.php\" target=\"_blank\">angeschlossen<\/a>. Ob das erkl\u00e4rte Ziel, die Emissionen von giftigen Chemikalien bis 2020 auf null zu reduzieren, realistisch und erreichbar ist, bleibt abzuwarten.<\/p>\n<h3>Ausblick<\/h3>\n<p>Eine kurzfristigere Kompromissl\u00f6sung k\u00f6nnte folgenderma\u00dfen aussehen: Outdoor-Marken k\u00f6nnten sich darauf verst\u00e4ndigen, bei Alltagsprodukten (wie Fleeces oder Softshells) auf PFCs zu verzichten, und diese vorerst nur in ihren Linien f\u00fcr Extrembereiche einzusetzen. Dies w\u00fcrde f\u00fcr viele Hersteller jedoch bedeuten, ihre Kollektionen (und nicht zuletzt die Produktion selbiger) teilweise erheblich umzustellen.<\/p>\n<p>Auf bereits existierende Alterantiven wie <a href=\"http:\/\/www.sympatex.com\/oekologie\/fluorcarbonfreie_kleidung\" target=\"_blank\">Sympatex<\/a> (hat 2008 <a href=\"http:\/\/www.sympatex.com\/images\/uploads\/Presse\/PT_BIONIC_FINISH_ECO_EN.pdf\" target=\"_blank\">in Zusammenarbeit mit Rudolf Chemie<\/a> die erste fluorcarbonfreie Ausr\u00fcstung f\u00fcr Funktionstextilien,\u00a0<a href=\"http:\/\/www.rudolf.de\/brands\/de\/bionic-finish\/fluor-frei\/weitblick.htm\" target=\"_blank\">BIONIC-FINISH\u00aeECO<\/a>, hergestellt) und Nikwax (<a href=\"http:\/\/www.nikwax.de\/de-de\/environment\/fluorocarbons.php\" target=\"_blank\">PFCs sind aus der gesamten Produktlinie ausgeschlossen<\/a>) wird in jeweils eigenen Artikeln in naher Zukunft eingegangen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit der Studie &#8220;Chemie f\u00fcr jedes Wetter&#8221; ver\u00f6ffentlicht Greenpeace den lang erwarteten Bericht der detox-Campaign \u00fcber Schadstoffe in Outdoor-Textilien. Die Umweltorganisation hat Funktionsbekleidung namhafter Outdoor-Hersteller untersucht &#8211; und giftige Chemikalien in jeder Probe gefunden, wie nicht zuletzt SPON und taz berichten. Was steckt dahinter? 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