Testbericht: Montane Fireball Smock (ultraleichter Kunstfaserpullover)

Montane Fireball SmockWie Patagonia mit dem Nano Puff haben auch die englischen Spezialisten für leichtgewichtige Outdoor-Ausrüstung von Montane mit dem Fireball Smock einen ultraleichten Primaloft-Pullover auf dem Markt. Beide Kunstfaser-Pullis sind sich in vielerlei Hinsicht ähnlich – bis auf zwei interessante Punkte, hier hier näher beleuchtet werden sollen.

Eckdaten, Konstruktion und Material

  • Konstruktion: Isolierender Kunstfaser-Pullover mit 3/4 2-Wege Front-RV und DWR-Finish
  • Außenmaterial: PERTEX® Quantum Ripstop 32g/m², Quantum Core 29g/m² an Unterarmen
  • Füllung: PRIMALOFT® Eco 40g
  • Gewicht: 260g (Größe M)
  • Öko-Infos: PRIMALOFT® Eco besteht zu mindestens 50% aus recycelten Materialien
  • Hergestellt in: China

Testbericht

Vom Prinzip her sind der Nano Puff und der Fireball Smock in allen Belangen vergleichbare Produkte: Beides sind Kunstfaser-Isolationspullover mit ähnlichem Gewicht (der Nano Puff ist 30g schwerer), beides sind Smocks (Pullover zum Überziehen ohne durchgehenden RV) und beide bieten gute, zuverlässige Isolation in vergleichbaren Temperaturbereichen (rund um den Gefrierpunkt).

Montane Fireball Smock

Montane Fireball Smock

Der Fireball Smock hat mich direkt “out of the box” überzeugt. Auf jegliche Taschen wurde zugunsten des geringeren Gewichts verzichtet, dafür liefert Montane einen Packsack mit, der ebenfalls aus Pertex Quantum besteht und so wortwörtlich kaum ins Gewicht fällt. Der Pulli ist sehr gut verarbeitet und punktet mit sinnvollen Details, wie zum Beispiel dem 3/4 2-Wege Reißverschluss. Genial bei schweißtreibenden Aufstiegen, auch bei feuchten Bedingungen.

Der erste wesentliche Unterschied zum Nano Puff ist das Futter: Zwar ist in beiden Pullovern Primaloft verarbeitet, der Nano Puff ist jedoch mit Primaloft One, der Fireball Smock mit Primaloft Eco gefüllt. Patagonia begründet die Entscheidung gegen das ökologischere Material mit dem angeblich überlegenen Verhältnis von Gewicht zu Isolation von Primaloft One. Daher wurde ich hier positiv überrascht. Denn obwohl der Nano Puff auf dem Papier der wärmere Pullover sein sollte (es sind 20g mehr vermeintlich wärmeres Material verarbeitet), kann mein Praxistest das nicht bestätigen.

Im Gegenteil, subjektiv kam mir der Fireball Smock minimal wärmer vor. Bei einer Tageswanderung bei 2°C hatte ich beide Pullis dabei und zwischendurch gewechselt. Zwar ist das natürlich keine lupenreine Testmethode, weil erstens die Temperatur schwanken kann und zweitens der nicht getragene Pulli im Rucksack enorm abkühlt, aber um einen ungefähren Eindruck zu bekommen reicht es allemal. Der Fireball Smock “pufft” auch mehr auf als der Nano Puff – ironischerweise. Darüber hinaus sollte angemerkt werden, dass ich den Smock auf einer anderen Wanderung absolut durchgeschwitzt habe und keinerlei Isolationsverlust feststellen konnte.

Montane Fireball SmockDer Grund für diesen ersten Unterschied ist wohl direkt im zweiten zu sehen: Dem Schnitt. Patagonia ist bekannt für eher weite Schnitte, und der Nano Puff fällt durch vielen Nähte auf. Der Fireball Smock hingegen ist viel enger geschnitten (bietet allerdings nach wie vor genug Platz für Lagen darunter) und hat außen kaum Nähte. Das bedeutet letztlich, dass die Füllung, die der Nano Puff mehr hat, auch auf mehr Fläche verteilt ist. Die vielen Nähte sind für die Isolation ein zusätzliches Minus, da sie am ehesten Kältebrücken bilden.

Das ist insgesamt für mich ein überraschendes aber ungemein erfeurliches Ergebnis, das wieder einmal beweist, dass ökologischere Materialien zu Recht auf dem Vormarsch sind und immer häufiger mit den alteingesessenen, etablierten Materialien mithalten können. Ein schöner Trend.

Anmerkungen und Tipps

Pertex Quantum verwendet bspw. auch die polnische Firma Cumulus für ihre ultraleichten Daunenschlafsäcke. Es ist außerordentlich angenehm auf der Haut, querfeldein durch einen Nadelwald zu laufen wäre aber vielleicht nicht die beste Idee. Wie viele andere ultraleichte Ausrüstungsgegenstände muss man einfach etwas Rücksicht darauf nehmen, dass das geringere Gewicht natürlich mit gewissen Einschnitten in Sachen Robustheit verbunden ist.

Zu kaufen gibt es den Montane Fireball Smock übrigens im Trekking-Lite-Store von Henrik, der für Rückfragen immer schnell erreichbar ist.

Gut angekommen ist der Fireball Smock auch bei hrXXLight, der ihn sogar bei -10°C getragen hat. Auf Hiking in Finland ist im Testbericht sogar von -12°C die Rede. Für mich wäre der Smock aber, wie gesagt, wohl schon bei höheren Temperaturen an seine Grenzen gestoßen. Ein weiterer Bericht ist auf Hikinggear.de zu lesen.

Montane Fireball Smock

Preis-Leistungsverhältnis

Der Fireball Smock kostet etwa 20 Euro weniger als der Patagonia Nano Puff, funktioniert für mich jedoch besser. Das Urteil über die Passform ist natürlich sehr subjektiv und Abhängig vom Träger, bei der Isolationsfähigkeit würde ich mich im Zweifel aber auch für den Fireball Smock entscheiden.

Montane Fireball Smock

Fazit

  • Verhältnis Gewicht-Isolation
  • Schnitt, Verarbeitung