Testbericht: Lightwave Ultrahike (leichter Trekkingrucksack)

Ein Blick auf das derzeite Rucksackangebot macht schnell klar: Ein durchschnittlicher Trekkingrucksack wiegt etwa doppelt so viel wie eine mögliche leichte Alternative – und teilweise fünf Mal so viel wie etablierte ultraleichte Modelle. Wer das Gewicht seiner Ausrüstung reduzieren möchte, sollte sich den Trekkingrucksack “Ultrahike” der englischen Firma Lightwave genauer ansehen.

Eckdaten, Konstruktion und Material

  • Konstruktion: Trekking-Rucksack (Toploader, Höhe nicht verstellbar)
  • Material außen: 420D Dynatech (Rücken), 300D Micro-Ripstop Polyester (Front)
  • Material innen: 40D Ripstop Nylon
  • Material Rahmen: Aluminium (8mm)
  • Volumen: Rund 60 Liter, gefühlt mehr
  • Zuladung: Bis 18kg
  • Gewicht in M2: 1260g (Herstellerangabe)

Testbericht

Der Lightwave Ultrahike ist vermutlich der derzeit leichteste Trekkingrucksack mit Alu-Gestell. Mit 60 Litern Fassungsvermögen bringt er gerade einmal 1,2kg auf die Waage. Erreicht wird dieses geringe Gewicht zum Einen durch intelligenten und effizienten Materialeinsatz, zum Anderen durch das kompromisslose weglassen altbekannter Schnörkeleien. So hat der Ultrahike weder Taschen am Hüftgurt noch ein zweites “Geheimfach” an der Unterseite der Deckeltasche.

Der erste Eindruck ist in jedem Fall direkt positiv. Der Rucksack ist durch und durch solide verarbeitet. Hinter dem Rucksack steht ein Konzept, und dieses Konzept geht auf. 2010 gab’s dafür den Editor’s Choice Award vom Outdoor Magazin. Eine der auffälligsten Eigenschaften ist der “gelöcherte” Hüftgurt. Hier wird nicht nur viel Schaumstoff gespart, durch zwei Schnallen auf jeder Seite lassen sich jeweils der obere und untere Teil des Hüftgurts optimal einstellen. So liegt die Last nie direkt auf dem Hüftknochen, sondern dieser wird vielmehr vom Hüftgurt umfasst. Unterstützt werden beide Elemente durch ein relativ starres Stück Plastik, das mir bisher nicht weiter negativ aufgefallen ist.

Positiv fällt außerdem auf, dass der Rucksack (lt. Hersteller) wasserdicht ist (obwohl auf Hikinggear.de von einem Wassereinbruch zu lesen ist). Da die Rückenplatte allerdings doch etwas Feuchtigkeit aufsaugt, sickert über den Rücken bei richtig starkem Dauerregen vermutlich etwas Feuchtigkeit in den Innenraum. Da ich den Rucksasck bisher nur bei Nieselregen getragen habe, kann ich hierzu keinen Kommentar abgeben. Gesagt sei nur, dass der Stoff im Nieselregen stark wasserabweisend war und sich in einster Weise begonnen hat vollzusaugen.

Merkwürdig ist außerdem, dass die oberen Befestigungen für Trekkingstöcke unter den Riemen des Deckelflaches liegen. Das hat mir das An- und Abschnallen meiner Trekkingstöcke etwas komplizierter als nötig gemacht. Die Platzierung ist kein Beinbruch, aber auch nicht optimal gelöst.

Das entscheidende Kriterium für einen Trekkingrucksack ist jedoch der Tragekomfort. Trägt er sich schlecht, sind auch die besten Features letztendlich uninteressant. Insgesamt trägt sich der Ultrahike auch auf längeren Etappen sehr angenehm. Er sitzt stabil und präzise am Rücken, ist also auch für sehr unwegsame Wanderungen zu gebrauchen. Bei 18kg liegt lt. Hersteller die Lastgrenze, und bisher gibt es keine Testberichte in Magazinen oder Blogs, die Gegenteiliges andeuten. Ich habe den Ultrahike bisher meist mit etwa 8 kg beladen und hatte keinerlei Probleme.

Anmerkungen und Tipps

Den Lightwave Ultrahike gibt es in zwei Größen, M2 und M3. Bei 1,75m wiege ich 67kg und habe den Rucksack in Größe M2. Den Hüftgurt muss ich fast bis zum Anschlag fest ziehen und wenn der Rucksack wirklich voll beladen ist, kann ich mich beim Laufen fast mit dem Kopf am Deckelfach anlehnen. Insgesamt fällt der Ultrahike also recht groß aus.

Auf fast allen Produktfotos (egal ob vom Hersteller oder von Bloggern) sieht der Rucksack zudem hellgrau/dunkelgrau aus. Das ist er aber nicht. Das Dunkelgrau hat aber einen ziemlich Grünstich und könnte gleichermaßen als dunkelgrün durchgehen. Das ist natürlich nicht wirklich wichtig, die meisten Leser hier werden es ohnehin bevorzugen auf Tour eher so wenig Menschen wie möglich zu sehen, aber eine Erwähnung war es mir wert.

Preis-Leistungsverhältnis

Mit knapp 170,- Euro verlangen die Engländer von Lightwave einen meiner Meinung nach guten Preis für ihren Rucksack. Andere, nahmhaftere Hersteller verlangen für ihre 60L-Modelle teilweise locker 100,- Euro mehr.

Öko-Infos zum Hersteller

  • Ökologisch: Es werden keine besonders umweltverträglichen Materialien verarbeitet bzw. deren Verarbeitung kommuniziert
  • Sozial: Lightwave kommuniziert keine CSR-Aktivitäten oder anderweitiges unternehmerisches Engagement

Fazit

  • Geringes Gewicht
  • Sehr gute Verarbeitung
  • Das richtige Material an den richtigen Stellen
  • Etwas undurchdachte Befestigung für Trekkingstöcke