Merinowolle – Naturfaser mit Tücken

Outdoor & NachhaltigkeitIn der Outdoorbanche gilt Wolle funktionell als eine der untauglichsten Materialen: Sie ist weder leicht, wasserabweisend noch sonderlich robust. Kunstfasern aus Polyester oder Polyamid (lies: Plastik) sind hier überlegen. Dennoch feiert die Naturfaser dank Merinoschafen in der Outdoorbranche seit einigen Jahren ein Comeback. Aber die Produktion von Merinowolle ist höchst umstritten.

Merinoschafe spielen für die Outdoorbranche eine besondere Rolle, weil ihre Wolle ungewöhnlich fein und dünn ist. Sie ist nicht nur weniger kratzig, sondern vor allem für ihre Geruchsneutralität auch nach mehrtätigem Tragen berühmt. So durfte ich auf dem GR20, irgendwo zwischen dem Refuge d´ Ortu di u Piobbu und Haut Asco, einen pensionierten Engländer dabei beobachten wie er einem jungen Spanier ausführlich unter den Achseln roch. “Doesn’t smell at all, great stuff”. Merinowolle verbindet also nicht nur Völker, sie verliert darüber hinaus auch kaum an Warmhaltevermögen, wenn sie durchgeschwitzt ist. Abgesehen von der Robustheit, wo Kunstfasern nach wie vor überlegen sind, ist sie also eine vollwerte Naturfunktionsfaser. Auch das macht Merinowolle so beliebt.

Merinoschafe stammen ursprünglich aus Nordafrika, haben etwa im 14. Jahrhundert den Weg nach Spanien gefunden (im 18. auch nach Württemberg und Bayern, auch nach Sachsen) und spielen heute hauptsächlich in Australien und Neuseeland eine große wirtschaftliche Rolle. Die ertragreichsten Merinos geben bis zu 10kg Wolle im Jahr. Australische Merinowolle macht rund ein Drittel (mit 100 Millionen Schafen) des weltweit gesamten Wollaufkommens aus.

Das größte und grundsätzlichste Problem bei der Merinoschafhaltung ist der Parasitenbefall durch Fliegenmaden. Die feucht-warmen, häufig mit Ausscheidungen verschmierten Hautfalten am After der Schafe sind der ideale Brutplatz für die Maden, die die Fliegen zu tausenden ablegen und die das Schaf bei lebendigem Leibe fressen. Ein Befall von Fliegenmaden ist nicht immer tödlich, verursacht aber oft schmerzhafte Entzündungen in den betroffenen Regionen, auch im Genitalbereich. Bei australischen Merinoschafen ist das Problem ein besonderes, da die Schafe erst durch europäische Siedler nach Down Under gelangt und daher nicht natürlicherweise an das warme Klima angepasst sind. Je wärmer das Klima, desto besser die Bedingungen für Fliegenmaden. Das ironische: Auch die für den Madenbefall hauptverantwortliche Fliegenart ist ein Import aus der Kolonialzeit. In Spanien und Nordafrika kommt der Befall durch Fliegenmaden selten bzw. gar nicht vor.

Geschorene Merinoschafe in Australien

“Ein guter Hirte schert seine Schafe, aber er zieht ihnen nicht das Fell über die Ohren”, lautet ein australisches Sprichwort. Die “australische Lösung” für dieses Problem ist allerdings weitaus weniger freundlich. Den Lämmern werden bis zur achten Woche, ohne Betäubung, entsprechende Hautfalten im After- und Genitalbereich einfach abgeschnitten, in der Regel durch ein heißes, extra für diese Prozedur hergestelltes Schnittgerät. Das sogenannte Mulesing ist in Australien eine alltägliche, qualvolle Praxis um dem Befall durch Fliegenmaden vorzubeugen. In Deutschland ist nicht mit dem nationalen Tierschutzgesetz vereinbar und daher verboten. Interessierte mit stabilem Magen seien an dieser Stelle auf die Google-Bildersuche zum Mulesing hingewiesen. Die Wunde wird in der Regel nicht bzw. nur durch die Hitze der Klingen verschlossen und muss vernarben. Auf dem nun vernarbten und faltenfreien Gewebe wächst in der Folge keine Wolle mehr. Die Fliegenmaden verlieren ihren möglichen Brutplatz.

Allein: Eine verlässliche Alternative zum Mulesing gibt es noch nicht. Ein wirksames Insektizit wurde noch nicht entwickelt und andere präventive Methoden sind ebenfalls umstritten oder noch nicht ausgereift. Tierschützer befürworten daher vehement eine gezielte Zucht der Schafe in Richtung eines geringeren Wollwuchses in den betroffenen Regionen. Laut der Tierschutzorganisation PETA wurden Merinoschafe jedoch bereits gezielt gezüchtet um möglichst viel Hautfläche zu haben, also um möglichst viel Wolle tragen zu können. Tatsächlich seien die beschriebenen, überflüssigen Hautfalten demnach eine Konsequenz dieser Züchtungsstrategie. Diese Behauptung wird allerdings z.B. von einer australischen Farmerin in der Hamburger Illustrierten bestritten.

Doch Mulesing ist nicht das einzige Problem bei der Schafzucht. Wenn Schafe für die Wollproduktion nicht mehr wirtschaftlich sind, werden sie häufig zu Schlachtereien in den Nahen Osten oder nach Nordafrika geschickt. Zusammengepfercht auf riesigen Frachtschiffen, in miserablen Bedingungen, sterben jährlich zehntausende Merinos auf der wochenlangen Überfahrt. 6,5 Millionen Schafe zählt der jährliche australische Lebendexport. Etwa zehn Prozent der Tiere verenden während des Transports. Sie ersticken an eigenen Fäkalien, verhungern, verdursten, trampeln sich gegenseitig zu tode oder erkranken.

Natürlich gibt es auch eine andere Seite der Medaille: Viele australische Schafhirten betreiben großen Aufwand, um ihre tausenden Schafe möglichst genau betreuen zu können. Mehrmals in der Woche werden die Herden begutachtet, an empfindlichen Stellen wird präventiv geschoren. Hunde werden trainiert, um kranke Schafe sofort identifizieren zu können. Viele Hirten argumentieren auch, dass sie ihren Schafen beim Mulesing so wenig Haut möglich entfernen lassen, um keine Wachstumsfläche zu verlieren.

Was kann man als Verbraucher also tun? Einzelne Firmen boykottieren? Das ist sicherlich eine Lösung, die auch bereits Erfoge gezeigt hat. Viele Outdoormarken wie Woolpower verzichten mittlerweile auf Merinowolle, bei denen Mulesing angewandt wurde. Ein besonders positivies Beispiel sind die neuseeländischen Merino-Spezialisten von Icebreaker, bei denen über einen Baacode eine Rückverfolgung der Wolle vom Produkt bis zur Farm möglich ist.

Aber das alleine reicht nicht. Nachdem Australien bereits in 2004 angekündigt hatte, das Mulesing schrittweise abzuschaffen, wurde diese Entscheidung Ende 2009 revidiert. Die Australian Wool Innovation (AWI) unterstützt Mulesing weiter, da derzeit keine wirtschaftliche Alternative verfügbar sei.

Nahezu alle heutigen ökologischen, medizinischen und tierrechtlichen Probleme in der Tierhaltung sind eine Konsequenz der Massentierhaltung. Und diese ist eine direkte Folge unseres blinden Massenkonsums. Der erste Schritt muss sein, weniger, dafür aber bewusster zu kaufen. Wir setzen unnötigen Besitz mit Status und Zufriedenheit gleich und kaufen uns so langsam aber sicher in den Ruin. Das muss ein Ende haben. Dafür braucht es langfristig nicht weniger als eine Werterevolution. Und das Wissen um tatsächliche Produktionsbedingungen spielt hierfür eine entscheidende Rolle…

28 Kommentare zu Merinowolle – Naturfaser mit Tücken

  1. Jens says:

    Vielen Dank für den sehr informativen Artikel zur Merinowolle und die vielen und detaillierten Hintergrundinformationen. Wirklich sehr interessant!

  2. Matthias says:

    Sehr schöner und informativer Artikel! Danke! Das mit dem Mulesing war schon lange bekannt, trotzdem halten sich die meisten Firmen nicht dran – bleibt nur der Verbraucher als Vernunftsträger. Hoffen wir mal, dass das Siegel einiger Firmen wie Icebreaker nicht nur ein blendender Marketingtrick ist wie das idiotische FSC-Logo auf den Tetrapacs, dass die Firmen bezahlen, die nachweislich den Wald kahl schagen.

  3. Corinna says:

    Danke für den sehr informativen Artikel. Ich wusste nur Grobes über tierunwürdige Haltungen bei der Herstellung von Merinowollprodukten – ich weiß schon, warum weniger (an Produkten) oft mehr (pro artgerechte Haltung) ist. Dies sollte immer weiter und schneller publiziert werden!!!

  4. Clara says:

    Einen sehr schönen und inforativen Artikel hast Du da geschrieben. Ich hatte vor einiger Zeit von dem Mulesing gehört und mich in letzter Zeit schon öftert gefragt, was eigentlich der aktuelle Stand der Dinge ist. Leider scheint sich in der Richtung nichts getan zu haben.
    Aber für mich stellt sich nun die Frage, ob nur die australische Merinowolle zu meiden ist, oder Merinowolle im allgemeinen?

    wirklich cooler Artikel,

    Clara

  5. Guter Artikel zum Thema Mulseing! In meinem Blogartikel zum Thema “Funktionsunterwäsche – Merinowolle oder Kunstfaser?” habe ich diverse Hersteller angeschrieben und um Stellungnahmen hierzu gebeten. Ortovox, Mammut, Smartwool und Devold haben hierauf direkt geantwortet. Tenor ist jeweils, dass im Produktionsprozess nur Wolle verwendet wird, welche ohne Mulesing gewonnen wurde. Überprüfen kann man diese Aussagen jedoch nicht.

    Die einzigen Indikatoren, ob Merinowolle mittels Mulesing gewonnen wurde sind aus meiner Sicht die Marke und der Preis. Wenn Aldi oder Tchibo Unterwäsche zu unschlagbaren Preisen anbieten kann man ziemlich sicher sein, dass die Merinowolle irgendwo in Asien produziert wurde. Und dort gelten Tierschutzbestimmungen – wenn es sie überhaupt gibt – wenig. Eine bekannte Marke wie Icebreaker ist zwar noch lange kein Garant für Mulesing-freie Wolle. Ein solches Unternehmen hat jedoch weit mehr Möglichkeiten, dies bei Lieferanten durchzusetzen. Der aufwändigere Produktionsprozess schlägt sich dann eben im Preis nieder.

    Als Konsument kann man nur explizit bei Herstellern nachfragen, bevor man etwas kauft. Damit zeigt man auch, dass die Problematik des Mulseing bekannt ist und nicht akzeptiert wird. Und persönlich trage ich meine Merinowoll-Unterwäsche bis sie mir vom Leib fällt, auch wenn es genug Gelegenheiten gäbe, im Ausverkauf eine neue Garnitur zu kaufen…

  6. ulligunde says:

    Offenbar gibt es zu allem immer auch eine Kehrseite… Du schreibst aber in erster Linie über die Schafe aus Australien – hast du Informationen, woher Smartwool ihre Materialen beziehen?? Ich finde dazu nichts im Internet…

    Wirklich interessanter Bericht! Und ‘ne wirklich schöne Seite mit richtigem Inhalt. Top!

  7. Thomas says:

    Auch wenn der Artikel jetzt schon etwas älter ist, vielen Dank für die Information darüber! Bisher verband ich, mit der Merinowolle, immer die glücklichen kleinen Schäfchen auf der tollen grünen Wiese in Neuseeland. Wirklich erschreckend was da teilweise betrieben wird! Ich bin mir sicher, dass nicht jeder Farmer ein “schwarzes Schaf” und dass es sicher auch Farmer gibt denen das Wohl ihrer Schafe am Herzen liegt.
    Leider kann man als Verbraucher nur immer im nachhinein reagieren! Aber ich denke besser so als garnicht! Von daher finde ich es Klasse, dass du etwas dazu beiträgst, die interessierte Konsumenschaft aufzuklären und sie hoffentlich dazu bringst schlussendlich dann die “gute” Merinowolle zu kaufen.

    Vielen Dank nochmal für die Aufklärung, ich bin immernoch geschockt!

    Grüße Thomas

  8. Daniela says:

    Hallo,

    vielen Dank für den informativen Artikel. Ich bin nur auf diesen Artikel gestoßen, weil ich im Internet nach einem Versand für Merinowolle gesucht habe. Diese Methode war mir bisher nicht bekannt.

    Die Transportbedingungen für “ausgediente” Schafe sind sehr schrecklich und lassen einen schon aufhorchen und sein Kaufverhalten überdenken.

    Was die sogenannte “Beschneidung” betrifft, bin ich nicht ganz so erschrocken. Es wurde auch erwähnt, das die Maden die Schafe von innen auffressen und die Schafe dadurch große Schmerzen erleiden. Vermutlich über längere Zeit und stärkere, wie beim Hautfalten weg schneiden. Natürlich kenne ich mich hier nicht gut genug aus, um eine Urteil zu fällen! Unverständlich ist für mich nur, warum die Stellen vorher nicht betäubt werden.

    Viele Grüße
    Daniela

  9. togram says:

    Na, jetzt komme ich aber in Konflikte. Dass, was sich auf Merinowolle und Daunen in Outdoorsachen bezieht, das zählt dann ja wohl auch bei Bettdecken, Heimdecken etc…..und sie verkaufe ich seit über 20 Jahren(mein Job). Habe mir schon häufig Gedanken über den Mißbrauch des Ökosiegels gemacht(Mill. Etiketten einkaufen und dann an jeden Schund annähen.) Aber das hier, nun fällt es mir sehr schwer weiterhin unbedarft zu verkaufen. Bin aber dankbar für die Aufklärung. Mein Bedürfnis, als ich die beiden Artikel las: ausdrucken, Xmal kopieren und allen Kollegen, auch in der Sportabteilung, zustecken. Habe nur die Befürchtung….das gibt eine Abmahnung.
    Zum Glück gehe ich bald in den Ruhestand und bin dann was den Verkauf fragwürdiger Produkte betrifft, fein raus. Das Bedürfnis aufzukläten jedoch bleibt nachhaltig.
    Macht weiter, nur so kann sich etwas ändern.
    Und dabei wollte ich nur recherchieren warum in 2012 auf einmal die Gänsedaunen um 30% teurer werden und ob das nur Masche ist die Preise zu erhöhen(Handel) oder es immer weniger Gänse gibt.

  10. jnns says:

    Danke für den Artikel!

  11. katharina Runte says:

    Toller Artikel, toller Blog überhaupt. Mir stößt es in letzter Zeit immer mehr unangenehm auf, dass leider auch das Produzieren von Artikeln für Leute, die ja eigentlich was für Natur und Naturschutz übrig haben (sollten) häufig eben nicht umwelt- oder sozialverträglich handeln und bin daher gerade verstärkt auf der Suche nach Informationen und Alternativen. Was Merinoprodukte angeht habe ich bisher zu meiner Erleichterung herausgefunden, dass Woolpower nur mulesingfreie Wolle verarbeitet und außerdem in Schweden produziert. Das sagt zumindest deren Website.
    Freut mich, dass du in deine Produktbewertungen auch Bemühungen der Hersteller um Sozial/Umweltverträglichkeit als Kriterien einfließen lässt!

  12. Ines Mallowitz says:

    Ich bin sooo dankbar für diesen Artikel.
    Ich handtiere seit ca. 30 Jahren mit Wolle und greife gern zu Polyacryl und Baumwolle. Echte Schurwolle von Kleinunternehmern ist auch dabei. Ich habe schon lange einen Hass auf die Bio – und Ökosiegel. Einer blökt vor – alle blöken nach!!
    Unter Ökosystem verstehe ich Kleinunternehmer und Bauern aus der Region und keine Massenware aus dem Ausland. Ich habe immer einen großen Bogen um Merino, Alpaka, Angora usw. gemacht – jetzt finde ich mich bestätigt. Vielen, vielen Dank und ich als Verbraucher, werde andere Verbraucher jetzt noch besser aufklären können.
    Ganz liebe Grüße Ines

  13. tobias says:

    Ich bedanke mich auch für die Informationen. Museling war mir vorher garnicht bekannt! Ich werde mir jedenfalls jetzt Merinosachen bei Icebreaker bestellen. Mammut will und kann die Herkunft seiner Wolle nicht bestimmen. -Dafür aber jede Menge Werbing schalten (…)
    Grüße!

  14. Ich bin total geschockt. Ich hatte ja keine Ahnung! Ich filze und webe seit ein paar Monaten und es hat mir so viel Freude bereitet – aber nach deinem Artikel … Als erstes werde ich die Herkunft der Materialien überprüfen, die ich beziehe. Ich kann nur hoffen, dass ich diese Quälereien nicht noch unterstützt habe.
    Herzliche Grüsse
    Adelheid

  15. Tanja says:

    Seit Herbst 2009 zählt stricken zu meinem liebsten Hobby. Zum Glück habe ich vorher mal im Wartezimmer eines Heilpraktikers einen PETA-Flyer über die Haltung, Schur und die grausamen Bedingen während ihrer “Schiffsreise” in den Tod der Merinoschafe gelesen. Was mich so wütend macht ist, das das Angebot von Merinowolle in den Wollgeschäften stetig wächst. Heute bin ich auf diesen Artikel gestossen, weil ich Wolle für eine Mütze nach Anleitung kaufen wollte. Lt. Hersteller 55% Schurwolle und 45% Polyacryl, doch bei einem Wollversand stand das es sich bei dieser Schurwolle um Merino handelt. Dann habe ich festgestellt, das es von dieser Marke kaum noch Wolle ohne Merinoanteil gibt. Darufhin habe ich Merninowolle gegoogelt um mich schlau zu machen, ob sich da was zum Guten getan hat. Aber davon kann man wohl nur träumen. Ich werde gleich noch an diese Hersteller-Firma schreiben. Mal sehn, was da kommt?

  16. Frank Selter says:

    Hallo zusammen,

    ich bin Hersteller von Funktionsbekleidung aus neuseeländischer Merinowolle mit Produktion in Deutschland.

    Wir beziehen unsere Stoffe direkt aus Neuseeland und legen unsere Bezugsquellen diesbezüglich auch offen auf den Tisch. Naturschutz, Tierschutz und Nachhaltigkeit spielen für uns eine zentrale Rolle.

    Die von uns zum Einsatz kommenden Stoffe sind von der New Zealand Merino Company (www.nzmerino.co.nz), mit dem eigens von ihr entwickelten ZQ Merino Siegel (www.zqmerino.com) und mit dem Zertifikat MAPP – Merino advanced performance programm (www.mapp.co.nz) unseres Herstellers, ausgestattet.

    Zum Erhalt dieser beiden Siegel muss nicht nur die Wolle selbst höchste Ansprüche erfüllen, sondern hier wird die gesamte Wertschöpfungskette mit einbezogen. Das heißt es beginnt bei Natur- und Tierschutz. Die Anwendung von Mulesing ist ein gravierender Aspekt, der hierbei garantiert ausgeschlossen wird.

    Darüberhinaus entsteht unsere gesamte Kollektion in Kooperation mit einem kleinen Schneidereibetrieb im Allgäu. Alle unsere Zulieferer für Garne, Reißverschlüsse usw. kommen aus Deutschland, der Schweiz oder Italien. Wir bedrucken und besticken unsere Artikel in kleinen lokalen Handwerksbetrieben, die sich ebenfalls im Allgäu befinden.

    Weitere Fragen versuchen wir gerne jederzeit zu beantworten.

    Liebe Grüße
    Frank Selter

  17. Sarah says:

    Lieber Fabian,

    nach wie vor ein toller Artikel und ein spannendes und schwieriges Thema. Ich habe das auch mal in unserem Blog aufgegriffen, danke für die Anregung!

    Liebe Grüße,
    Sarah

  18. Klaus Rieth says:

    Ich hatte keine Ahnung von dererlei Praktiken. Viele Dank für diese wichtige Information. Das ist Tierquälerei und noch schlimmer als die Entfernung der Hoden ohne Narkose bei männlichen Ferkeln.

  19. peregrine says:

    An sich finde ich Artikelinhalt nicht verwunderlich. Tierausbeutung ist leider gang und gäbe in der Welt. Bisher machen sich nur wenig Menschen darüber Gedanken, was ihr Handeln für Konsequenzen für Tiere hat. Nur ein kleiner Teil der Menschen lebt vegan und lehnt den Konsum jeglicher Tierprodukte ab. Im Kapitalismus werden Tiere werden zu ausbeutbaren Objekten – zu Ressourcen und Waren für Produkte, sei es für Nahrung oder Kleidung. Die regulierenden Gesetze sind nicht zum Schutze der Tiere dar, wie es der Name “Tierschutzgesetze” nahlegt, sondern sie geben vor, in welchem Rahmen die Ausbeutung der Tiere stattfinden soll. Dies dient mehr dem Gewissen der Konsument_innen als den Tieren selbst. Denn auch Schafe werden getötet, wie es im Artikel beschrieben wird. Und das kann ja wohl nicht als Schutz bezeichnet werden. Insofern, Fabian, finde ich es super, dass Du diesem Thema auf deinem Blog Raum gibst!

  20. guter Blog,
    Es gibt Alternativen, wie zum Beispiel Merinowolle aus Patagonien, wo eben das Problem des Mulesing aufgrund des Klima gar kein Thema ist.

    https://www.facebook.com/estanciaspatagonicas/info

  21. Anja says:

    Ich bin zufällig durch eine Recherche über GORE-TEX auf diesen Blog hier gestoßen, und ich bin so überhaupt kein OutdoorTyp in diesem Sinne, werde aber später in der Textilbranche tätig sein, und finde die Beiträge hier einfach nur so unglaublich aufschlusreich und hinter die Kulissenblickend.
    Solche blogs sind Schätze verborgen in der ganzen strahlenden heilen gephotoshopten Welt.
    Wer öfters hier rumstöbern!

    (dritt letzer Abschnitt: Erfolge*, und positive* ;) )

    PS.: Sehr angenehmes Layout für die Augen!!

    Liebste Grüße!

  22. Thomas says:

    Wenn man sich anschaut, wie der Markt für Merinowäsche grad explodiert, ist es kein Wunder, wenn seitens der Bauern auf maximale Ausbeute gesetzt wird.

    Zum Thema Baacode: Leider nimmt es Icebreaker mittlerweile da auch nicht mehr so genau. Die letzten drei Teile die ich gekauft habe, führten alle zu den gleichen beiden Schaffarmen. Die nachfolgenden Produktionsprozesse wurden gar nicht mehr aufgeführt. Auf die würde es aber mindestens genauso ankommen.

  23. Bernd says:

    Ja, das mit der Tierquälerei (die freilich nicht auf Wolle beschränkt ist), ist auch für mich ein heikles Thema. Aber leider hat heimische Wolle scheinbar nicht dieselbe Qualität für die Anwendung, Seide ist zu empfindlich für die meisten Anwendungen und Kunstfasern haben gravierende Nachteile gegenüber Merino: Sie haben trocken einen schlechteren (härteren) Griff, machen teilweise ziemlich laute Reibegeräusche und vor allem: Wenn sie nass sind fühlen sie sich auch so an und trocknen am Körper auch nicht so schnell. Dazu kommt die Geruchsentwicklung, die hochwertige Textilien aus Kunstfasern zwar nicht mehr haben, doch das geht nur mit Silber oder (bis Mitte 2015) Triclosan… Also bleibe ich mit schlechtem Gewissen bei Merino mit Polyester und Baumwolle als (schlechtere) Alternativen.

  24. Warum weicht man denn nicht auf Alpaka-Wolle aus? Sie ist weicher, ist thermoregulierend, geruchsabweisend, leicht und nimmt viel Feuchtigkeit auf. Wegen des sehr geringen Wollfettanteils auch noch für Allergiker geeignet. Und die Haltungsbedingungen sind nicht nur in Europa deutlich besser als bei den Merinos.

  25. Mockel says:

    Als internationaler Anbieter von Hausschuhen aus Wollfilz und Wollwalkstoffen habe ich mich bisher noch nicht eingehend mit dieser Thematik beschäftigt.
    Nun bin ich aber froh, zu beginn des Monats einen Hersteller gefunden zu haben, der bei seinen Produkten die Herkunft der Wolle belegen kann.
    Danke für diesen informativen Beitrag, der vermutlich an Aktualität wenig eingebüßt hat.
    Ähnliches gilt aber auch für die qualitativen Eigenschaften von Wollfasern.

  26. Pingback: Das Schweigen des Merinoschafes – Mulesing im Outdoorbereich | The bird's new nest

  27. susi says:

    Toller Blog. Danke für die Aufklärung.

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